16.05.2014 | ArcelorMittal Eisenhüttenstadt

ArcelorMittal fordert EEG-Entlastung bei grünem Strom aus Restgasen

Das Stahlwerk in Eisenhüttenstadt gehört zu den energieeffizientesten Standorten der ArcelorMittal-Gruppe. Am Standort Eisenhüttenstadt nutzt ArcelorMittal Hüttengase aus der Roheisen- und Stahlproduktion (so genannte Restgase) und wandelt sie in einem Kraftwerk mit umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung in Elektro- und Wärmeenergie um.

Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, hat sich heute bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt während einer Besichtigung des Hochofens 5A und des Kraftwerks davon überzeugen können, dass Umwelt und Energieeffizienz für Brandenburgs größten Stahlstandort eine wichtige Rolle spielen. Das Werk bezieht schon heute einen Großteil der benötigten Energie aus der umweltfreundlichen Verstromung von Restgasen. ArcelorMittal hat kontinuierlich in seine Anlagen in Eisenhüttenstadt investiert, um deren Energieeffizienz zu steigern und den Stromverbrauch zu reduzieren.

"Der kontinuierliche Ausbau von Anlagen zur Eigenstromerzeugung ist für den Erfolg der Energiewende von zentraler Bedeutung. Selbst erzeugter und verbrauchter Strom aus Erneuerbaren Energien und hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) darf nicht über Gebühr belastet werden. Die Verwertung von Restgasen ist ökologisch sinnvoll. Sowohl Industrie und Mittelstand als auch Initiativen aus Bürgerhand brauchen hier die richtigen Rahmenbedingungen. Die Bundesregierung muss hier nachbessern, um Ungleichgewichte zu vermeiden", betont Dieter Janecek.

In den kommenden Jahren sind eine Gichtgas-Entspannungsturbine im Kraftwerk und eine Erneuerung der Antriebe im Kaltwalzwerk von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt geplant. Damit werden mehr als 20 Milionen Euro am Standort investiert, zudem sinkt der Stromverbrauch und der Anteil an Elektrizität aus Restgasen steigt erheblich. Aus technischer Sicht sind keine weiteren signifikanten Effizienzsteigerungen mehr möglich.

Während ArcelorMittal einerseits die Einigung der Bundesregierung mit der EU-Kommission zu den Leitlinien für Umwelt und Energiebehilfen grundsätzlich begrüßt, bleibt Sorge um die EEG-Regelung zur Eigenstromproduktion. ArcelorMittal-Deutschlandchef Frank Schulz erklärt: "Der Gesetzesvorschlag zur EEG-Novelle geht grundsätzlich in die richtige Richtung. Allerdings tragen die aktuell diskutierten Eigenstromregelungen nicht zu einer ausreichenden Entlastung bei den Energiekosten bei, sondern erschweren ökologisch – wie auch ökonomisch – sinnvolle Investitionen. Das gefährdet die Planbarkeit für Projekte wie die Gichtgasentspannungsturbine in Eisenhüttenstadt. Daher bleibt es weiter notwendig, auch bei der Restgasverstromung eine umfassende EEG-Kostenentlastung zu erhalten", so Schulz. "Für eine wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Stahlproduktion in Deutschland benötigen wir die richtigen Rahmenbedingungen, um die Zukunft unserer Industrie langfristig zu gewährleisten."

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