13.08.2015 | ArcelorMittal Duisburg

Duisburg: ArcelorMittal fordert faire Wettbewerbsbedingungen für eine Stahlindustrie mit Zukunft

Der Besuch von Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, bei ArcelorMittal in Duisburg stand ganz im Zeichen der Energieeffizienz. Bei einer Führung durch die neue Drahtstraße, einer Investition von 135 Millionen Euro, diskutierte der Minister mit André Körner, Country Manager von ArcelorMittal Germany, und Paul Tetteroo, CEO des Duisburger Werks, auch aktuelle energie- und klimapolitische Fragen.


Vorne, von links nach rechts: Arbeitsdirektorin Dr. Nicola Hirsch, Duisburgs CEO Paul Tetteroo, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin und der Leiter der Drahtstraße, Claude Marx.

Wirtschaftsminister Garrelt Duin: „Die aktuell vorgelegten Pläne der EU zur Reform des Emissionshandels beschäftigen natürlich auch das Energie- und Industrieland NRW. Mir ist es sehr wichtig, dass wir einerseits einen funktionierenden marktwirtschaftlich ausgerichteten Emissionshandel haben, der Planungssicherheit verspricht. Andererseits dürfen wir aber nicht riskieren, dass Industrien aus Wettbewerbsnachteilen abwandern. Daher ist auch in den kommenden Jahren eine kostenlose Zuteilungen von Zertifikaten für bestimmte Branchen, wie beispielsweise auch die Stahlbranche, notwendig. Wir werden die Vorschläge eingehend prüfen und unseren Standpunkt einbringen.“

Die technologisch hochentwickelte Drahtstraße verbraucht rund 30 Prozent weniger Energie als die Vorgängerstraße in Hochfeld. Durch den Einsatz neuester Technik im Bereich der elektrischen Antriebe und der Beleuchtung, aber auch durch ihre Einbindung als integrierter Bestandteil des Hüttenwerkes von ArcelorMittal in Duisburg, ist sie energieeffizient und umweltschonend. Der Verbrauch von fossilem Erdgas konnte durch einen effizienteren Wiedererwärmungsofen und weitere Synergieeffekte am neuen Standort signifikant reduziert werden. Insgesamt können zukünftig fast 20.000 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden.

Als neuer Marktteilnehmer ist die Drahtstraße bereits seit dem Jahr 2013 emissionshandelspflichtig und muss CO2-Zertifikate in Höhe der verursachten Emissionen zukaufen. Eigentlich stehen der Anlage kostenfreie Zertifikate zu, die unter Berücksichtigung aller im Emissionsrecht geltenden Gesetze beantragt wurden. Da über alle Anträge von neuen Marktteilnehmern auf europäischer Ebene entschieden wird, haben sich Verzögerungen in der Zuteilung von kostenfreien Zertifikaten ergeben. So wird in Duisburg auf unbestimmte Zeit unter wettbewerbsverzerrenden Bedingungen produziert.

Trotzdem investierte ArcelorMittal dort bis Mitte 2015 insgesamt 6,5 Millionen Euro, um die Stranggießanlage auf ein symmetrisches Format umzustellen und sie auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten. Damit sollte die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes weiter erhöht werden.

Doch die Umsetzung des Vorschlags zur Reform des Emissionsrechtehandels, den die Europäische Kommission am 15. Juli vorgelegt hat, würde für die gesamte europäische Industrie zwangsläufig schlechtere Bedingungen im internationalen Wettbewerb bedeuten. Der Vorschlag berücksichtigt weder die Leitlinien zur Klimapolitik des Europäischen Rates von Oktober 2014 noch die Ziele der Agenda der EU-Kommission für Jobs, Wachstum und Investitionen. Er sieht untragbare Zusatzkosten für die europäische Stahlindustrie vor, die nur durch Produktionsverlagerungen außerhalb der EU kompensiert werden könnten. Zwischen 2021 und 2030, der nächsten Handelsperiode für Zertifikate, könnten sich diese Kosten auf bis zu eine Milliarde Euro pro Jahr belaufen.

„Für eine Stahlindustrie mit Zukunft und den Erhalt von tausenden Arbeitsplätzen in Deutschland und Europa brauchen wir zwangsläufig faire Wettbewerbsbedingungen“, sagt André Körner. „Das kann nur durch kostenfrei zugeteilte Zertifikate auf Basis realistischer Benchmarks erreicht werden.“ Um faire Bedingungen für die im internationalen Wettbewerb stehende Industrie herzustellen, müssten emissionshandelsbedingte Strompreissteigerungen vollumfänglich ausgeglichen werden, so Körner. Schließlich leisten ArcelorMittal und andere Stahlerzeuger ihren Beitrag zum Klimaschutz mit innovativen Produkten.

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