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Hinter dem Namen „Steel4Future“ versteckt sich mehr als nur die beiden Schlagworte „Steel“ = Stahl und „Future“ = Zukunft


Die Dekarbonisierung der Industrie und die Produktion von grünem Stahl stehen im Fokus der Zukunftsvision von ArcelorMittal. Anfang 2021 hat der Konzern die Dachmarke XCarbTM gelauncht, um zukunftsweisende Technologien, grüne Produkte und innovative Projekte unter einem Namen zu vereinen. Das Ziel: Durch die Umstellung auf Wasserstoff sollen die CO2-Emissionen in Europa bis 2030 um 35 Prozent und weltweit um 25 Prozent gesenkt werden. Bis 2050 soll die gesamte Gruppe CO2-frei sein – ganz im Sinne des Green Deals der EU.


Vier Standorte für grünen Stahl
ArcelorMittal Germany vereint seine nationalen Projekte unter dem Namen Steel4Future. Die „4“ im Namen steht dabei nicht nur für das englische „for“ (Steel for Future – Stahl für die Zukunft). Sie symbolisiert die vier deutschen Flach- und Langstahlwerke in Bremen (inklusive Kokerei Bottrop), Eisenhüttenstadt, Duisburg und Hamburg – die zentralen Standorte für die Klimastrategie von ArcelorMittal Germany. Die Projekte vor Ort haben einen entscheidenden Einfluss auf die Reduzierung des ökologischen Fußabdruckes und die Klimaziele des Konzerns und der Europäischen Union.


Einige Schlagworte tauchen in diesem Kontext immer wieder auf. Hier finden Sie die Definitionen und Infos zu den wichtigsten Begriffen:


DRI = direct reduced iron
Unter DRI, auch Eisenschwamm genannt, versteht man das Produkt, das durch die Direktreduktion von Eisenerz gewonnen wird.

EAF = electric arc furnace
Unter einem EAF, auch Elektrolichtbogenofen, versteht man einen Industrieofen, der zum Einschmelzen von Stahlschrott für die Neugewinnung von Stahlproduken eingesetzt wird.
Demonstrationsanlage

Grauer Wasserstoff
Wasserstoff, der durch den Einsatz fossiler Energien erzeugt wird. Bei der Elektrylyse von Wasser wird Strom aus nicht-erneuerbaren Energien verwendet.

Grüner Wasserstoff

Wasserstoff, der durch den Einsatz erneuerbarer Energien erzeugt wird. Bei der Elektrolyse von Wasser wird Strom aus beispielsweise Wind- oder Sonnenenergie verwendet.

BECCS-Technologien
BECCS (Bio Energy with Carbon Capture and Storgae = Bionenergie, Kohlenstoffabscheidung und -speicherung) bezeichnet ein Verfahren der CO2-Abscheidung und -Speicherung, bei dem Biomasse in strukturellen Prozessen verbrannt wird, um das dabei entstehende CO2 anschließend abzuspalten und zu speichern.

IPCEI-Programm = Important Projects of Common European Interest
Förderprogramm der EU, das die Steel4Future-Strategie von ArcelorMittal unterstützt.

Smart Carbon-Route
Die Smart Carbon-Route ist ergänzend zu den Projekten mit Einsatz von Wasserstoff und soll die Dekarbonisierung beschleunigen. Im Fokus steht das Recycling des bei der Stahlerzeugung entstehenden CO2. So können Bio-Ethanol und weitere Vorprodukte für die Plastikherstellung hergestellt werden.
Am Ende des Lebenszyklus sollen diese Produkte zu Biomasse zersetzt werden. Diese wird für die Reduktion von Eisenerz eingesetzt. Dadurch entsteht ein CO2-Kreislauf, der die CO2-Ausscheidung in die Atmosphäre verhindert. Emissionen, die zusätzlich außerhalb des Kreislaufs entstehen, sollen abgespeichert und gespeichert werden (CCS = Carbon Capture and Storage).

Scope-3-Emissionen
Einen genauen Überblick finden Sie hier.

H2H = H2 (Wasserstoff) aus Hamburg
Projektname des Hamburger Projekts für den großindustriellen Einsatz von Wasserstoff in der Stahlproduktion. Projekt läuft seit März 2019 und umfasst den Bau einer Direktreduktionsanlage am Standort im Hamburger Hafen

DRIBE = DRI Usage in Bremen
Name des Bremer Projektes. Durch den Einsatz von zunächst Erdgas und später Wasserstoff im Hochofen sollen die CO2-Emissionen reduziert werden. Außerdem ist der Aufbau von Elektrolysekapazitäten geplant. Auch für Bremen ist eine DRI-Anlage geplant, die grünen DRI erzeugt und in einem neu zu errichtenden EAF zu klimaneutralem Stahl verarbeitet werden soll. Die Bremer Anlage wird den Standort Eisenhüttenstadt zunächst mitversorgen.

DRUIDE = DRI Usage in Duisburg EAF
Projekt des Duisburger Dekarbonisierungsprojektes. Der in Hamburg grün hergestellte Eisenschwamm (DRI) kommt am Standort in Ruhrort zum Einsatz. Dafür wird ein EAF gebaut. Langfristig soll mit Hilfe eines Elektrolyseurs zusätzlich grüner Wasserstoff eingesetzt werden.

Weitere Informationen zu den Projekten finden Sie im Video oder hier.