05.10.2021 | ArcelorMittal Hamburg

Eine von uns Hamburgern – Melanie Winkelmann: Stets alles im Blick

Melanie Winkelmann ist die Betriebsleiterin Finanzen bei ArcelorMittal in Hamburg, glücklich verheiratet, hat zwei kleine Töchter und spielt in ihrer Freizeit gerne Federball im eigenen Garten.


Familie, Gesundheit, Eigenheim, ein sicherer Job und finanzielle Unabhängigkeit: Heute ist Melanie Winkelmann da, wo sie immer sein wollte.

Gerade im beruflichen Kontext erzählt sie gerne von ihrem schnurgeraden Werdegang: „Bereits mein Vater war Steuerbevollmächtigter mit eigener Kanzlei und meine Mutter, ursprünglich Krankenschwester, wechselte ebenfalls ins Steuerfach. Daher war es naheliegend, nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten und im Anschluss ein Studium inklusive Steuerberaterexamen zu absolvieren.“ Ein Leben wie im Bilderbuch.

Vermeintlich.

Dass sie dabei einen entscheidenden und prägenden Teil außen vorlässt, wissen bisher nur die Wenigsten. Das soll sich nun ändern. Als Melanie gerade einmal fünf Jahre alt war, haben sich ihre Eltern getrennt. Der Vater, das Zuhause, die Kanzlei, der Job der Mutter: weg. Da der Vater keinen Unterhalt bezahlte und das Haus stark unter Wert versteigert wurde, musste die Familie in eine schlechtere Gegend ziehen. Das ganze bisherige Leben war auf einen Schlag ausgelöscht. Was blieb, war ein riesiger Schuldenberg.

Doch die alleinerziehende Mutter ließ sich nicht unterkriegen. Sie wechselte zurück in ihren erlernten Beruf. Obwohl das Gehalt bis zu den Pfändungsgrenzen einbehalten wurde, hat sie nie aufgehört, weiter in sich und ihre Bildung zu investieren. „Meine Mutter hat es auf absolut bewundernswerte Weise geschafft, sich von dem Schuldenberg zu befreien“, sagt Melanie Winkelmann über ihr großes Vorbild. „Und kurz nach meinem Abitur hat sie die Heimleitung eines Alten- und Pflegeheims übernommen.“

Diese Einstellung hat Melanie Winkelmann stark geprägt. Ihre Mutter hat ihr Tag für Tag vorgelebt, dass man alles schaffen kann – wenn man nur hart genug dafür arbeitet. Motivation, Weiterbildung, Ehrlichkeit, Eigenverantwortung und lösungsorientiertes Handeln bringen einen weiter. Und vor allem eins: finanzielle Unabhängigkeit. Als Finanzexpertin rät Melanie Winkelmann jeder Frau, sich frühzeitig ein eigenes Vermögen aufzubauen und bei der Heirat an die Aufteilung des gemeinsamen Vermögens zu denken. Das klingt zwar nicht sonderlich romantisch, doch nur so rutschen Frauen nach einer Trennung oder in der Rente nicht in dieselbe finanzielle Notlage wie ihre Mutter.

„Von meiner Mutter habe ich außerdem gelernt, stets alle Ausgaben im Blick zu behalten und bezüglich größerer Anschaffungen zu priorisieren“, sagt die Leiterin der Finanzen. So hatten die Kinder zwar nicht die schönste Kleidung, aber stets eine aktuelle PC-Ausstattung und eigene Instrumente. „Wenn das Geld knapp ist, ist es umso wichtiger, seine Einnahmen und Ausgaben zu kennen, eine Prognose zu erstellen und besser zu investieren, als zu konsumieren. Das gilt privat wie beruflich“, weiß Melanie Winkelmann.

Durch ihren Background hat die examinierte Steuerberaterin stets alle Zahlen im Blick – auch bei ArcelorMittal. In Vertretung übernimmt sie immer häufiger Aufgaben ihres Vorgesetzten und bearbeitet neue Themen. Und auch im Team fühlt sie sich wohl: „Es macht großen Spaß, mit allen hier zu arbeiten! Ich habe ausnahmslos kompetente und zuverlässige Menschen um mich“, sagt die zweifache Mutter. Mit einer Kollegin verbindet sie eine längere Geschichte: Bettina Hupfer brachte Melanie Winkelmann 2016 als Elternzeitvertretung zu ArcelorMittal. Heute setzen sie sich gemeinsam dafür ein, dass ArcelorMittal Hamburg finanziell gut aufgestellt ist.

Obwohl – oder gerade, weil – es früher nicht einfach war, führt die 44-Jährige heute ihr Bilderbuchleben. Sie musste sich alles hart erarbeiten und das zahlt sich aus. Im vergangenen Jahr hat sie gemeinsam mit ihrem Partner das Haus seiner Eltern gekauft und renoviert. Ein neuer Zusatz für die schnurgerade, oberflächliche Version von Melanie Winkelmanns Geschichte: Das Haus beherbergte zuvor die Steuerkanzlei der Schwiegermutter. Heute leben die Winkelmanns gemeinsam mit den beiden Töchtern und den Schwiegereltern im Drei-Generationen-Haushalt. „Es fühlt sich derzeit ein wenig nach Happy End an.“ Und das hoffentlich ohne Ende.


„Gegenseitiger Respekt ist für mich das Wichtigste überhaupt, nicht nur in Bezug auf Rassismus“, sagt Melanie Winkelmann.