26.05.2021 | ArcelorMittal Brehna

ArcelorMittal Brehna testet neues umweltfreundliches Verpackungsprodukt

Formteile für den Sandwichpaket-Transport sollen nicht mehr aus Styropor, sondern aus recycelter Hartpappe bestehen


Bislang wurden die Sandwichpaneel-Pakete auf Füßen aus Styropor-Formteilen transportiert

ArcelorMittal Construction Deutschland will den bereits eingeschlagenen Weg der Ressourcenschonung und Müllvermeidung konsequent weitergehen. Nachdem bereits im letzten Jahr die auf Erdölbasis hergestellte Polyethylen-Luftpolsterfolie als Verpackungsmaterial aus dem Unternehmen verbannt wurde und stattdessen ausschließlich aus Altpapier recycelte Rollenwellpappe verwendet wird, will AMCD in Sachen Umweltschutz jetzt den nächsten Schritt gehen: Aktuell laufen umfangreiche Tests, die klären sollen, ob das für den Transport der Sandwichpakete notwendige Fuß-Formteil aus Styropor durch ein Produkt aus recycelter Hartpappe ersetzt werden kann.

Das bislang eingesetzte Styropor ist ein vielseitig verwendbarer Schaumkunststoff auf Erdölbasis (Ethylen und Benzol), der überwiegend für Dämmplatten und Formteile eingesetzt wird.

2019 setzte AMCD 195.000 Styropor-Blöcke für den Transport ein, die aneinandergereiht eine Strecke von 195 Kilometern ergeben würden. Bei der Herstellung von Styropor werden die begrenzt vorkommenden Rohstoffe Erdöl und Erdgas verwendet. Diese fossilen Brennstoffe sind notwendig zur Produktion von Styrol, der chemischen Grundlage von Styropor. Dass Grundstoffe wie Styrol, die auf fossilen Energieträgern basieren, ökologisch bedenklich sind, ist bekannt. Die heutige Öl- und Gasförderung hat negative Folgen für Menschen, Umwelt und Klima. Erdöl belastet die Umwelt – von der Suche, über die Förderung, die Verarbeitung und den Transport bis hin zum Verbrauch. Für den Bau von Förder- und Transportanlagen werden beispielsweise wertvolle Wälder, oftmals Urwälder, gerodet oder unberührte Küstenregionen in Industrieanlagen verwandelt. Auch beim Herstellungsprozess von Styrol sind Gefahrstoffe mit erheblichem Risikopotenzial beteiligt, zum Beispiel Benzol und Ethylen.

Oft lassen sich Emissionen von Styrol in die Luft nicht vermeiden. Etwa 200.000 Tonnen Styropor werden in Deutschland jährlich auf Baustellen verwendet. Sauberes Styropor kann nach Gebrauch theoretisch wiederverwendet werden, die Sammel- und Rückführungslogistik aus Bau- und Abbruchabfällen ist jedoch teilweise mangelhaft.

Zudem macht der hohe Heizwert das Styropor für eine thermische Verwertung (Verbrennung) interessant, was große Mengen an klimaschädlichem CO2 erzeugt. Letztendlich landet Styropor oftmals zusammen mit anderem Bauschutt auf den Sondermüll-Deponien. Mit dem Styropor gelangen Flammschutzmittel (HBCD) und weitere umweltschädliche Zusätze auf die Deponie und können die Deponieabwässer belasten. Unter dem Aspekt des Umwelt- und Gesundheitsschutzes lassen die hier aufgezählten Fakten nur einen Schluss zu: Styropor sollte in der Bauindustrie nicht eingesetzt beziehungsweise generell nicht produziert werden. Stattdessen ist es ökologisch sinnvoll, auf die mittlerweile erhältlichen Ersatzprodukte mit vergleichbaren statischen und praktischen Eigenschaften und erheblich besserer Ökobilanz zurückzugreifen.

Sollten die Tests erfolgreich verlaufen, leistet AMCD mit der Verwendung von Hartpappeprodukten künftig einen kleinen, aber nicht unwesentlichen Beitrag zum Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz.

Im Test sind jetzt ein Wabenstützfuß sowie ein Tonnenstützfuß aus recycelter Hartpappe