Startschuss in Hamburg: Zweiter deutsche Langstahl-Standort geht in die Zertifizierung

    Die ResponsibleSteelTM-Initiative ist der erste globale Zertifizierungsstandard der Stahlbranche. Im Sommer 2021 erhielten die Flachstahl-Standorte in Bremen (inklusive Kokerei Bottrop) und Eisenh├╝ttenstadt die ersten Zertifikate und im vergangenen Jahr begann die erste Zertifizierungsphase f├╝r ArcelorMittal Duisburg. Im Juli startet nun auch ArcelorMittal Hamburg in die erste Auditreihe. Doch zuvor gibt es noch Einiges zu tun.


    Das Hamburger Werk lässt sich nach dem ResponsibleSteelTM-Standard zertifizieren.

    Die ResponsibleSteelTM-Zertifizierung gliedert sich in verschiedene Phasen: Zunächst steht eine Selbstbewertung an, danach folgen die sogenannten StageOne- und Stage-Two-Audits und im Anschluss sind regelmäßige Überwachungen und Rezertifizierungen auf der Agenda. Der Prozess bedarf einer umfassenden Vorbereitung und so begann das Team rund um Dr. Peter Kehl und Christoph Schlumbom bereits Ende letzten Jahres mit der Organisation der Selbstbewertung. Diese ist umfangreich. Aus den zwölf Umwelt-, Sozial- und Governance-Prinzipien des Standards leiten sich 49 Kriterien mit insgesamt 204 Anforderungen ab, die es zu beantworten gilt. „Das ist eine große Herausforderung“, so Dr. Peter Kehl, Manager Managementsysteme. „Wir müssen genau ausführen, wie das Unternehmen die verschiedenen Aspekte konkret umsetzt – und das alles muss komplett nachvollziehbar und nachlesbar sein.“ Das gelingt nur in enger Teamarbeit. Dieses Team besteht aus elf Vertreter*innen der Geschäftsführung, des Betriebsrats, der Abteilungen Arbeitssicherheit, Umweltabteilung und Energiemanagement und den neun Bereichsleitern. „Ein großer Vorteil sind die Erfahrungswerte unserer Kolleginnen und Kollegen in Bremen und Eisenhüttenstadt“, erklärt Kehl. „Wir können uns mit ihnen austauschen über einen gemeinsamen Sharepoint.“ 

    „Kein Makel, sondern Potenzial für Verbesserung“

    Neben den Fragen und einer umfassenden Word-Tabelle stehen auch Interviews mit verschiedenen internen und externen Interessengruppen auf der Agenda. Diese werden basierend auf den gelieferten Daten von den Auditor*innen selbst durchgeführt und bringen einen neuen Blick auf das Unternehmen. „So wird das Unternehmen nicht nur von innen, sondern auch von außen systematisch erfasst“, so Kehl. „Etwaige Abweichungen sind für uns kein Makel, sondern ein Potenzial für Verbesserung.“