Stahl von ArcelorMittal stützt neue Dütebrücke bei Osnabrück

Nach einer Nutzungsdauer von 48 Jahren muss die Dütebrücke nahe Osnabrück durch einen zeitgemäßen Neubau in Stahlverbundbauweise ersetzt werden.

Unterbau statt Überbau

Autobahnbrücken bestehen in der Regel aus zwei getrennten Überbauten für die beiden Fahrtrichtungen der Autobahn. Diese Bauweise ermöglicht es, einen Überbau abzureißen und neu zu bauen und den gesamten Verkehr während der Bauzeit aufrecht zu erhalten, indem man ihn in der sogenannten 2+2-Verkehrsführung über den anderen Überbau führt.

Bei der Dütebrücke war dies nicht möglich, da sämtliche Fahrspuren über einen einzigen Betonüberbau führten. Das machte es notwendig, die Brücke vor dem Teilabriss längs in zwei Hälften zu sägen. Da der alte Betonüberbau vorgespannt war und die Spannglieder beim Teilen der Brücke ebenfalls getrennt werden, konnte keine ausreichende Tragfähigkeit des alten Überbaus während der Bauphase garantiert werden.

Die Lösung bestand darin, die gesamte Brücke mit einer Gerüstkonstruktion zu unterbauen, die sowohl den alten Überbau als auch sämtliche Verkehrslasten aufnehmen kann. Für diese Gerüstkonstruktion wurden Walzprofile und Stabstahl von ArcelorMittal eingesetzt.

Stahl von ArcelorMittal

Für das Traggerüst hat ArcelorMittal 1.300 Tonnen Träger aus Differdingen (Luxemburg) einbaufertig inklusive Anschweißteilen und Beschichtung auf die Baustelle geliefert. Weitere 350 Tonnen Stahl aus Differdingen und Belval wurden gesägt und gebohrt in die Werkstatt des Kunden geliefert. Dazu kamen ca. 100 Tonnen U-Profile und Stabstahl, die ohne weitere Bearbeitung von ArcelorMittal Ostrava (Tschechien) zum Kunden geliefert wurden. Der Stahl wurde zwischen April und September 2017 geliefert.

Traggerüst als Brückenteil

Der Bauherr Straßen.NRW hatte sehr hohe Ansprüche an die Ausführung gestellt. Das Traggerüst fungiert als Brückenteil und muss somit sämtliche Anforderungen erfüllen, die auch für Straßenbrücken gelten. Deshalb wurden zum Beispiel alle Profile mit Ultraschall geprüft, um die Tragfähigkeit sicherzustellen und beeinträchtigende Einschlüsse im Material auszuschließen.

Komplexe Logistik

Die Logistik für das Bauvorhaben gestaltete sich komplex, weil die Brücke neben dem Fluss Düte noch eine zweigleisige Bahnstrecke überspannt. Das führte dazu, dass für die Baustellenanlieferung drei verschiedene Lagerplätze betrieben werden mussten, die von den Lastwagenauf verschiedenen Routen angefahren werden wurden.

Voraussichtlich Mitte 2019 beginnt der Abbruch der alten, westlichen Brückenhälfte mit anschließendem Neubau für die zukünftigen drei Spuren in Richtung Dortmund.

Beidseitig der Dütebrücke befinden sich übrigens geschützte Biotope, die durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden.

 

 

Bilder: mit freundlicher Genehmigung von Straßen.NRW