Schmid-Schrauben aus ArcelorMittal-Stahl

Kundenportrait: Schmid Schrauben produziert höchste Qualität für den konstruktiven Holzbau

 

Jeden Tag entstehen hier, rund 20 km südöstlich von St. Pölten und gut 60 km südwestlich von Wien, rund 4.000.000 Schrauben; das entspricht etwa 40 Tonnen am Tag. In der eigenen Zieherei formt man bei Schmid Drähte in exakt jenen Durchmesser um, den die gewünschte Schraube erfordert. Danach wird der Draht geglüht. Die kontrollierte Anwärmung gewährleistet, dass der Draht umformbar wird. Die Highend-Pressanlagen erlauben es, eine große Bandbreite von Schrauben nicht nur in präziser Qualität, sondern auch – dank der hohen Fertigungstiefe – zu wirtschaftlichen Kosten herzustellen. In der modernen Walzstraße wird dann das Gewinde auf die Schraube aufgewalzt.

Unterschiedliche Größen, Längen und Durchmesser

Der Großteil der Schrauben hat sechs bis acht Millimeter Durchmesser und ist 20 bis 30 Zentimeter lang. Aber es geht auch anders: Bei einem Durchmesser von drei bis 24 mm sind Längen bis zu 1,5 Metern möglich. Hinzu kommen Sonderteile für Hochbau, Beschlägetechnik und Skibindungstechnik. Bevor die Schrauben verpackt und verschickt werden, härtet man sie in der Wärmebehandlungsanlage in einer speziellen Gasatmosphäre. Anschließend werden sie je nach Bedarf mit Beschichtungen versehen, die die Schrauben vor Korrosion schützen. Als Finish sorgt eine Gleitbeschichtung für maximale Effizienz in der Anwendung. „Unsere Schrauben werden vor allem im konstruktiven Holzbau eingesetzt", erläutert Schmid-Geschäftsführer Andreas Gebert.

Schmid beliefert vorrangig den europäischen Markt – und Kanada

Dass die Schrauben aus Österreich gefragt sind, zeigen die Lieferorte. Schmid bedient mit der Produktion neben den Kernmärkten Österreich, Osteuropa, Deutschland, Italien und Schweiz auch Frankreich, England, Japan und Kanada. „Für uns steht Qualität an oberster Stelle", beschreibt Gebert die Unternehmensphilosophie. Konkret bedeutet das, dass die Schmid-Schrauben zum Beispiel sehr hohe Zugkräfte aufnehmen können. „Statiker, die mit unseren Schrauben planen, wissen, dass sie damit i.d.R. weniger Schrauben benötigen. Die Arbeiten gehen also schneller und die Konstruktion wird leichter." Schmid liefert deshalb zu den Schrauben auch die notwendigen Produktdaten für die Berechnungssoftware. Gebert: „Unsere Fertigungstiefe ist unser großer Vorteil, weil wir alle Schritte im eigenen Haus haben und die Qualität so umfassend kontrollieren können." Kein Wunder, dass man bei Schmid schon ab dem Einkauf auf Perfektion achtet. „Wir kaufen nicht einfach irgendeinen Stahl aus dem Katalog", sagt Andreas Gebert. Wenn zuverlässig 120 Schrauben pro Minute vom Band laufen sollen, dann darf der verwendete Stahl keine Fehler haben. „Wenn der Draht nicht ganz rund ist, die Oberfläche Risse hat oder Einschlüsse vorhanden sind, reißt er in der Produktion. Und im schlimmsten Fall wird das Werkzeug gleich mit zerstört. Das erzeugt Kosten und lange Stillstandzeiten. Eine perfekte Qualität ist für uns also extrem wichtig."

Qualität und Patente machen den Unterschied

Damit die Schrauben nicht nur gut halten, sondern vom Endkunden auch optimal verarbeitet werden können, haben sie nicht nur ein einfaches Gewinde. Sie sind unter anderem mit Fräsrippen, Reibteil und Mitgewinde ausgestattet. „Wir halten eine ganze Reihe von Patenten, die den Unterschied zwischen einer Schmid-Schraube und einer Importschraube ausmachen", ist sich Andreas Gebert sicher. Mit ArcelorMittal Hamburg hat Schmid Schrauben einen Partner gefunden, der auf die Bedürfnisse des österreichischen Schraubenherstellers einzugehen versteht. „Unsere Ansprechpartner in Hamburg nehmen uns als Kunden sehr ernst und wir arbeiten auf kollegialer Basis gut zusammen", freut sich Gebert. „Besonders wichtig ist, dass man für unsere Vorschläge offene Ohren hat und dass wir gemeinsam den Draht, den wir für unterschiedliche Anwendungen benötigen, immer wieder optimieren können."

Logistik: schnelle Reaktion auf Kundenwünsche

Daneben spielt für Gebert auch die Logistik eine große Rolle. Da man schnell auf Kundenwünsche reagiert und ‚just intime' fertigt, ist man auf absolute Liefertreue angewiesen. Gebert: „Wir haben kein Lager, aus dem wir uns wochenlang bedienen können. Deswegen brauchen wir auch hier Partner, die mit uns zusammenarbeiten und mit denen wir sicher planen können." Das Unternehmen Schmid Schrauben (www.schrauben.at), seit 2004 Teil des deutschen Würth-Konzerns, forciert stetig die Modernisierung des Werkes mit dem Kauf neuer Maschinen, darunter 5-Achs-Drehfräszentren und Drehzentren. Auch das Logistikcenter wurde ausgebaut und verfügt heute über 6.000 Palettenplätze. Im niederösterreichischen Hainfeld legt man sich ins Zeug, um mit innovativen Produkten auch weiterhin zu wachsen. So stehen Produktneuheiten wie die Erdbeben- und die Hartholzschraube an, um am Puls der Zeit zu bleiben. Auch für ArcelorMittal Hamburg ergeben sich daraus weitere Perspektiven: „Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg und werden die Mengen vervielfachen", blickt Geschäftsführer Andreas Gebert optimistisch in die Zukunft.