28.07.2025 | ArcelorMittal Deutschland

ArcelorMittal verstärkt Unterstützung für Low Emission Steel Standard

  • Belgien, Frankreich Luxemburg und Spanien schließen sich LESS an
  • Frederik Van De Velde in den Vorstand von LESS berufen

Die ArcelorMittal-Unternehmen in Belgien, Frankreich, Luxemburg und Spanien haben sich dem Low Emission Steel Standard (LESS) angeschlossen, nachdem ArcelorMittal Deutschland bereits 2024 Gründungsmitglied der Initiative geworden war. Darüber hinaus ist Frederik Van De Velde, CEO von ArcelorMittal Belgium, in den Vorstand von LESS berufen worden.

LESS ist ein freiwilliger Standard zur Unterstützung der Dekarbonisierung der Industrie. Mit dem Beitritt von Stahlproduzenten, die fast 45 Prozent der Stahlproduktion in Europa repräsentieren, ist nun ein wichtiger Schritt in Richtung eines einheitlichen und glaubwürdigen Kennzeichnungssystems für CO2-reduzierten Stahl in Europa erfolgt. Denn, während die Nachfrage nach CO2-reduziertem Stahl steigt, wird nach wie vor der Großteil des in Europa produzierten Stahls auf herkömmliche Weise hergestellt.

Enormes Potenzial für Stahlhersteller in Europa
„Derzeit gibt es keine branchenweite Definition oder einen einheitlichen Standard für CO2-reduzierten Stahl. Wir wünschen uns eine breite Anwendung des Low Emission Steel Standard, damit er sich schlussendlich als anerkannter Standard für unsere Branche etabliert und von Herstellern, Kunden und Regulierungsbehörden unterstützt wird“, betont Frederik Van De Velde. „Ein einheitlicher Standard ist für Fortschritte bei der Dekarbonisierung unserer Branche von entscheidender Bedeutung. Ein wichtiger nächster Schritt muss die Festlegung verbindlicher Nachhaltigkeitskriterien für öffentliche Projekte sein, um die Verwendung von Stahl mit niedrigen CO2-Emissionen zu fördern und grüne Leitmärkte zu schaffen, die von entscheidender Bedeutung sind.“
 
Mit XCarb® Vorreiter bei emissionsarmem Stahl
ArcelorMittal ist der führende Anbieter von Stahl mit niedrigen CO2-Emissionen in Europa und verkaufte im Jahr 2024 400.000 Tonnen seines XCarb®-Stahls. Für dieses Jahr wird ein weiterer Anstieg der Verkaufszahlen erwartet.

Eine breite Palette von ArcelorMittal-Produkten ist bereits als XCarb® erhältlich, entweder als XCarb® aus recyceltem und erneuerbarem Stahl (hergestellt in einem Elektrolichtbogenofen  mit Strom aus regenerativen Quellen und einem hohen Anteil an recyceltem Stahl) oder als XCarb®-Stahlzertifikate, die zusammen mit dem Kauf von physischem Stahl erworben werden können. Die Zertifikate werden von ArcelorMittal ausgestellt und basieren auf CO2-Einsparungen, die von einer unabhängigen Stelle geprüft wurden.
 
Grüne Leitmärkte im Fokus
Der im März dieses Jahres veröffentlichte Aktionsplan der Europäischen Kommission für Stahl und Metalle enthält eine Reihe von Vorschlägen, die nach ihrer Umsetzung die Etablierung grüner Leitmärkte in Europa weiter stärken könnten. Das künftige Gesetz zur Beschleunigung der Dekarbonisierung der Industrie zielt darauf ab, Resilienz- und Nachhaltigkeitskriterien für europäische Produkte im öffentlichen Beschaffungswesen einzuführen, um die Nachfrage nach in der EU hergestellten Metallen mit geringen CO2-Emissionen zu stimulieren. So sollen Leitmärkte geschaffen werden, die den Einsatz von CO2-reduzierten Stählen in Sektoren wie der Automobilindustrie oder dem Bauwesen fördern.
 
Was die Reduzierung von CO2-Emissionen in größerem Umfang betrifft, optimiert ArcelorMittal weiterhin seinen Dekarbonisierungsprozess, um seine Wettbewerbsfähigkeit und eine angemessene Kapitalrendite sicherzustellen. Groß angelegte Dekarbonisierungsprojekte schreiten aufgrund unzureichender politischer und marktbezogener Entwicklungen langsamer voran als ursprünglich erwartet. Die aktuellen Investitionen in Europa konzentrieren sich auf ein neues Elektrolichtbogen-Werk in Gijón (Spanien) und die Erweiterung eines Elektrolichtbogen-Werks in Sestao (Spanien), mit denen das Unternehmen seine Kapazitäten zur Herstellung von XCarb®-Stahl mit geringen CO₂-Emissionen weiter ausbauen will.

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