14.07.2014 | ArcelorMittal Deutschland

Neues Energiemodul: ArcelorMittal Bottrop erzeugt eigenen Strom

Seit September 2013 betreibt ArcelorMittal Bottrop mit dem Unternehmen ENVA Systems GmbH eine Stromerzeugungsanlage (Energiemodul). Das Energiemodul ersetzt teilweise eine Dampfreduzierungstation, in der der Druck des anfallenden Dampfes verringert wird und nutzt diese Energie zur Stromerzeugung im Bereich der Waschwasseraufbereitung der Kokerei.

Pro Stunde werden mit dem Energiemodul 80 KW erzeugt. Mit der Jahresmenge wäre man in der Lage ca. 100 Vier-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen. Die erzeugte Energie wird in das Stromnetz der Kokerei eingespeist und von diversen Maschinen, Anlagenteile sowie Pumpen verbraucht.

Die Verwendung der Stromerzeugungsanlage im Bereich der vorhandenen Druckstufe ist ein Novum bei ArcelorMittal Bottrop. Durch die Nutzung des Energiemoduls kann man auf Dampfturbinen verzichten. Der Vorteil wirkt sich auf die Betriebskosten aus, da Turbinen wesentlich teurer und wartungsintensiver sind.

Das Energiemodul kann in allen Industriezweigen eingesetzt werden, da es durch seine kompakte Modulbauweise elektronisch als auch thermodynamisch auf die unterschiedlichsten Gegebenheiten abgestimmt werden kann. Die elektrische Leistung eines Moduls ergibt sich vereinfacht ausgedrückt durch das verfügbare Enthalpiegefälle, das sich mit der Druckdifferenz an Ein- und Austritt der Maschine ergibt, dem im Verfahren anfallenden Dampfmassenstrom und dem Gütegrad der Energieumwandlung.

Das Energiemodul der ENVA-Systems GmbH kann neben der Anwendung als Substitution zu einer Druckreduzierstation auch als Abdampf verwertende Anlage vor Kondensatoren oder Schornsteinen eingesetzt werden, um dort sehr wirtschaftlich auch noch „das letzte Bisschen Arbeitsfähigkeit“ aus dem scheinbar unbrauchbaren Medium Dampf, für die Strombereitstellung zu gewinnen. Die besonderen Eigenschaften der Expansionseinheit, die das Herz des Energiemoduls darstellt, ist das schon geringe Eintrittsdrücke auf der Zudampfseite des Energiemoduls von etwa 600 mbar sehr effizient in mechanische-  bzw. anschließend elektrische Energie umgewandelt werden können.

Zum Thema Wirtschaftlichkeit erklärt die ENVA-Systems GmbH, dass bei jährlicher Vollauslastung des Energiemoduls, in der Regel eine Amortisationszeit für den Betreiber von unter drei Jahren erreicht werden kann. Neben den betriebswirtschaftlichen Vorteilen bietet die Dampfsystemoptimierung durch den Einsatz der neuen Anlage auch den Vorteil einer CO2- und Primärenergieeinsparung.

Mit diesem Energiemodul leistet die Kokerei Prosper einen weiteren Beitrag zur Umweltfreundlichkeit von Industrieanlagen und spart dabei sogar noch Kosten.

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