27.04.2016 | ArcelorMittal Eisenhüttenstadt

EU-Politik im Fokus und Integration von Flüchtlingen: Staatssekretär Kralinski bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt

Eisenhüttenstadt, 27. April 2016 - Bei einem Besuch im Werk von ArcelorMittal diskutierte der Bevollmächtigte des Landes Brandenburg beim Bund und für Medien und Beauftragter für Internationale Beziehungen, Staatssekretär Thomas Kralinski, heute aktuelle politische Themen mit der Geschäftsführung des Stahlherstellers in Eisenhüttenstadt und informierte sich über das Flüchtlings-Projekt des QualifizierungsCentrums der Wirtschaft (QCW).

ArcelorMittal steht weltweit in einem massiven Wettbewerb, der derzeit von unfairen Importen verschärft wird. Die von staatlichen Subventionen geprägte chinesische Stahlproduktion, gepaart mit hohen Überkapazitäten und sinkender Nachfrage, führt in der EU und Deutschland zu steigenden Importen, die zudem einen Rucksack von mehr als vier Millionen Tonnen CO2 nach Europa bringen, da dieselben Produkte vor Ort emissionsärmer und umweltschonender hätten produziert werden können. Die Zölle, die die EU bisher dagegen setzt, sind zu gering, um sichtbare Auswirkungen auf die Importsituation zu haben.

ArcelorMittal steht zu seinem Wort, sich für den Klimawandel zu engagieren. Dass das nur in den technisch machbaren Grenzen möglich ist, wird derzeit mit der EU diskutiert. Die Vorgaben, die Brüssel zur Reform des Emissionshandels vorschlägt, gehen weit über das hinaus, was die Stahlindustrie leisten kann.

Pierre Jacobs, Geschäftsführer von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt, bedankte sich im Gespräch mit dem Staatssekretär für die Unterstützung des Landes in den vergangenen Monaten zu beiden Themen: „Wir sind froh, dass das Land Brandenburg uns als großen Arbeitgeber nach seinen Möglichkeiten gegenüber dem Bund und der EU unterstützt. Mit dem Stahlgipfel und der Zustimmung zum Entschließungsantrag im Bundesrat hat die Landesregierung sich eindeutig zur Unterstützung der Stahlindustrie positioniert.“

André Körner, Country Manager von ArcelorMittal in Deutschland, ergänzte: „Das ist nicht nur ein positives Signal in der Region, sondern dient auch einer nachhaltigen Zukunft der anderen Werke von ArcelorMittal und der gesamten Stahlindustrie in Deutschland.“

Staatssekretär Kralinski sagte: „An der Stahlbranche hängen in unserem Bundesland tausende gut bezahhlte Arbeitsplätze, in Eisenhüttenstadt, Brandenburg an der Havel und in Hennigsdorf. Viele weitere Jobs kommen bei Zulieferern und Dienstleistern hinzu. Arbeitsplätze und Standorte dürfen nicht durch unfaire Wettbewerbsbedingungen und Preis-Dumping in Fernost gefährdet werden. Deshalb setzt sich die Landesregierung gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitgebern seit Monaten vehement bei der Bundesregierung und der EU für den Erhalt einer starken und wettbewerbsfähigen Stahlindustrie in Brandenburg ein.“

Vor dem Gespräch und der Besichtigung bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt traf Kralinski Flüchtlinge im QualifizierungsCentrum der Wirtschaft (QCW). Das Tochterunternehmen des Stahlproduzenten führt dort Integrationskurse für Flüchtlinge mit dem Schwerpunkt „Deutsche Sprache“ durch. Ab Mai/Juni ist die Umsetzung eines Konzepts zur Berufsorientierung und zur Vorbereitung auf eine Berufstätigkeit, beziehungsweise Ausbildung der betroffenen Menschen geplant. Das anderthalbjährige Programm beginnt mit Sprachkursen und wird mit einer berufsorientierten Kompetenzermittlung und einem speziellen Deutschkurs für den jeweiligen Beruf fortgesetzt, dem sich ein Praktikum anschließt. Das Projekt wird finanziert von der Europäischen Union, der Bundesagentur für Arbeit sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

QCW-Geschäftsführer Jürgen Peschel und Axel Krause, Arbeitsdirektor bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt, kommentieren das Engagement: „Wir müssen einerseits umgehend für die Menschen etwas tun. Andererseits führt eine überhitzte Diskussion zu überhöhten Erwartungen. Mehr Geduld ist gefragt, um eine Überforderung der Menschen zu verhindern. Dazu sind am ehesten regional verankerte und an der Situation der Flüchtlinge orientierte Träger und Organisationen in der Lage.“

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